DER NEUE VEREINSMEISTER IST ERST FÜNFZEHN

 Der Rahlstedter Schachklub CAISSA hat einen neuen Vereinsmeister, der alle alten Hasen deklassierte: Der 15jährige Robin von Malottki gewann gleich vier Titel

           von Peter Münder

Der äußere Rahmen der Caissa-Weihnachtsfeier im Gemeindesaal der Martinskirche verlief so anregend und stimmungsvoll wie schon in den letzten Jahren: Pastor a.D. Dr. Dietrich Hellmund las die Weihnachtsgeschichte, Vereinsvorsitzender Uwe Fischer wies in seinem Rückblick auf die Krisen und Turbulenzen, aber auch auf die Highlights im Turniergeschehen hin, während Gründungsmitglied Siegfried Baumann, der den Verein 1965 zusammen mit Günter Pasternak ins Leben rief und ihn zwanzig Jahre lang leitete, mit der erfolgreichen Auktion eines gespendeten Schachcomputers einige Euro für die Jugendarbeit ersteigerte . Als dann aber die Urkunden und Pokale für die erfolgreichsten Spieler verteilt wurden, war jedem Mitglied und den anwesenden Eltern der jugendlichen Spieler klargeworden, dass man nun Zeuge einer kleinen Sensation wurde: Denn der 15jährige Robin von Malottki, der vor fünf Jahren als Anfänger in die Schachjugendgruppe eingetreten war, hatte in allen vier Klassen (Pokalmeister, Blitzmeister, Vereinsmeister, Spieler des Jahres) den ersten Preis gewonnen und alle Koryphäen besiegt- das hatte es in der 46jährigen Vereinsgeschichte noch nie gegeben. „Was mir besonders gefällt“, erklärte Siegfried Baumann, der Robin am Anfang seiner Karriere in der Jugendgruppe trainiert hatte, „ist seine ruhige, bescheidene Art. Er kann sich hochprozentig konzentrieren und ist extrem stark motiviert, aber er ist immer auf dem Teppich geblieben und hat überhaupt keine Wunderkind-Marotten entwickelt. Jetzt trainiert er auch schon Jüngere, um sie beim Schach weiterzubringen“. Als Robin von Malottki vor fünf Jahren bei Caissa (60 Mitglieder, zwei Herren-Mannschaften, eine Jugend-mannschaft) anfing, lag seine DWZ-Zahl (Wertzahl, die wie beim Tennis den Rang angibt) noch bei Null, jetzt liegt sie knapp unter 2000- ein beeindruckender Wert. Im letzten Jahr konnte sich der mehrmalige Vereinsmeister Christian Pfaff,43, noch gegen den jungen Herausforderer Robin von Malottki behaupten. Doch der hatte nach seinem knappen Sieg schon den Wechsel an der Spitze prophezeit- und so ist es ja auch gekommen. Als dann nach dem Verzehr von Bockwürsten, Weihnachtskeksen und Kuchen die Bretter für ein Blitzturnier (Bedenkzeit fünf Minuten pro Spieler) aufgebaut wurden, konnte es niemanden überraschen, dass Robin auch dieses Turnier mal wieder ohne Punktverlust gewann. Doch die reiferen Matadore sind angesichts dieses Wechsels an der Spitze keineswegs irritiert, sondern begrüßen ihn: „Denn nur so können wir auch sicher gehen, dass die Jugendarbeit erfolgreich verläuft und der Verein auch in Zukunft blüht und gedeiht“, meinte ein äußerst zufriedener Siegfried Baumann nach der Weihnachtsfeier.